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Auf der "1. Full House Expo" in Giessen gaben sich 100 Nadel-Artisten die Ehre
Eine gelungene Premiere mit Tattoo-Art, Airbush-Design, Erotik-Shows, Harley-Bikes und US-Cars
(Gießen) Als "eine gelungene Premiere" betrachten die Veranstalter den Ablauf der "1. Full House Expo" am vergangenen Wochenende in den Giessener Hessenhallen. Olaf Kraus aus Unna, Ralf Guttermann aus Neuss und Tommy Köhler aus Nidda zogen am Sonntag eine zufriedene Bilanz: "Es kamen zwar leider nur rund 1.700 Besucher, doch insbesondere die Freunde der Körperkunst waren vom Programm überaus begeistert". An den Ständen in Halle 1 ließen über 100 Tattoo-Künstler die Maschinen surren, wobei unter Ihnen einige der renommiertesten Nadel-Artisten zu finden waren. Neben der ersten Garde der deutschen Tattooisten reiste sogar der Japaner Hori Hiro speziell zu diesem Event an. Andere Tattoo-Studios kamen aus den Niederlanden, Italien, England, Ungarn, aus der Schweiz, aus Rußland, Polen und sogar aus Südafrika, um ihr Artwork den Besuchern an Ort und Stelle unter die Haut zu bringen.
Beim Tattoo-Contest konnten die Besucher ihre körpereigene Hautkunstsammlung vor den Augen einer Fachjury und des Publikums präsentieren und dabei in 10 verschiedenen Kategorien Ehrenpokale für die ausgezeichnete Qualität ihrer Body-Art erringen. (Bitte beachten Sie die nachfolgende Liste der Gewinner). Weniger um eine Trophäe als vielmehr um die Liebe zu seiner Frau ging es dabei dem 40-jährigen Hardy, der sich Birgits Porträt auf den linken Unterarm stechen ließ: "Wir sind jetzt ein Jahr verheiratet, und ich bin sicher, dass sie die Richtige für mich ist". Da Birgit bisher jedoch nur ägyptische Motive auf der Haut trägt, wird sein Gesicht bei ihr vielleicht schon bald mit dem Kopfschmuck eines Pharao zu bewundern sein.
Im Programm wurde aber auch die Körperkunst gezeigt und belohnt, die nicht für die lebenslange Haltbarkeit gedacht ist. Vom Modehit "Piercing", bei dem der Körper mit Steckern und Metallringen verziert wird, über orientalische Henna-Bemalungen, die ca. 2 Monate auf der Haut halten bis hin zu den kunterbunten Möglichkeiten des Bodypaintings mit der Airbrush-Pistole war in den Hallen 1 und 2 der "Full House Expo" die große Vielfalt Trumpf. Auf der Showbühne zeigten die Airbrusher Mike Buchschatz und Stefan Czech mehrfach die kreativ-erotischen Qualitäten ihrer Kunst.
In Halle 3 konnten die Besucher über 50 schmucke Motorräder bewundern, die überwiegend das Emblem der US-Kultmarke Harley-Davidson trugen. Auch auf vielen der gezeigten Exponate war Airbrushkunst in Form von aufwendigen Lackierungen zu sehen. In blendendem weiß und mit dem Schneemann-Motiv "Mr. Freeze" präsentierte sich die Harley FLH (1340 ccm) von Kai Müller aus Frankfurt, wofür die Jury die Auszeichnung "Best Custom Harley Bike" verlieh. Den Preis für das schönste japanische Motorrad erhielt Thorsten Schur aus Frankfurt/Main für seine Kawasaki Z 900. Weitere Highlights unter den Zweirädern waren zwei der längsten Chopper, die in Deutschland zugelassen sind, mit Gabeln von 1,80 Metern und einer Gesamtlänge von über 3 Metern. Auch hier sorgte Airbrush-Kunst für das perfekte Finish auf Rahmen und Tanks.
Abgerundet wurde die Custom-Show durch eine kleine aber feine Präsentation von schmucken US-Cars vom Buick bis zum Chrysler. Die Pokale für die schönsten Fahrzeuge der Show gingen jedoch an zwei Modelle der Marke Chevrolet. Mit besonders viel Mühe und zahlreichen Dekorationsartikeln setzte Martin Reich aus Osnabrück seinen Chevy Pick-Up aus dem Jahr 1940 auf der "Fullhouse Expo" in einem einmaligen Show-Display in Szene. Auf der Ladefläche des Oldies thronte dabei ein weiteres Highlight eine zeitgenössische Harley, die noch ebenso perfekt läuft wie das top-gepflegte Transportfahrzeug. Eine weitere Auszeichnung ging an den Dortmunder Klaus Happe, dessen 1957er Chevy Bel Air mit klassischem schwarz-chrom-Look und den gewölbten Rundungen eines typischen US-Straßenkreuzers überzeugte. Ein weiterer Blickfang war in Halle 4 der düsengetriebene Jet-Dragster von Sammy Tossuner, dessen Turbine bei geöffneter Karosserie zu bewundern war. Bei Beschleunigungsrennen legt dieses Fahrzeug die 400-Meter-Distanz in knapp 4 Sekunden zurück.
Am Schlusspunkt eines Rundgangs über die "Fullhouse Expo" konnte man in Halle 5 die erotischen Rundungen von Striptease-Tänzerinnen und -Tänzern bewundern. Da ging es schon mal richtig heiß her, nicht zuletzt bei einer nächtlichen Feuershow am Samstag. An verschiedenen Ständen wurden daneben Lack- und Leder-Dessous sowie verschiedene Erotik-Artikel angeboten.
Ein 40-köpfiges Team sorgte für den reibungslosen Ablauf der Veranstaltung. Tommy Köhler: "Da wir von den Ausstellern und Besuchern viel Zuspruch zu unserem Konzept bekommen haben, werden wir die "Fullhouse Expo" trotz des geringen Besuchs im nächsten Jahr wohl wiederholen. Viele Anregungen und Ideen für weitere Highlights konnten wir jedenfalls schon sammeln." Dann wollen sich die Veranstalter auch nach einem besseren Termin umschauen, denn am vergangenen Wochenende standen offenbar zu viele Parallel-Veranstaltungen an, wie zum Beispiel das Giessener Stadtfest oder renommierte Treffen von US-Cars und Harley-Bikes in verschiedenen deutschen Städten.
Tina und Labello wollen dann in jedem Fall auch wieder dabei sein. Für die beiden Giessener, die zu Tattoo-Conventions in ganz Deutschland reisen, um dort die "Kunst-Sammlungen" auf ihren Körpern zu vervollständigen, war das vergangene Wochenende ein "wirklich tolles Heimspiel": "Endlich hat auch unsere Heimatstadt unter den Tattoo-Events einen klangvollen Namen" !
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